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Persönliches und Philosophisches aus dem Leben des Jonathan U.

Friedrich Glasl: Unternehmen der Zukunft

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Das Buch stellt kompakt vier Unternehmensphasen dar: Pionier, Differenzierung, Integration, Assoziation. Sie ergeben sich auseinander, wenn man die Probleme der vorangegangen Phase ernst nimmt und sie versucht sachgemäß zu lösen: Der Pioniergeist einer charismatischen Persönlichkeit ist notwendig um ein innovatives Unternehmen zu gründen. Um den Pionier entsteht eine Pioniersfamilie als Unternehmen. Jeder handelt seinen Fähigkeiten gemäß und alle ziehen am selben Strang. Im Wachstum und der Etablierung kann diese Kultur allerdings hinderlich werden. Das Chaos der Anfangsphase muss in von außen verstehbare Strukturen umgeleitet werden. Damit hier die Menschlichkeit nicht verloren geht, braucht es eine zusätzliche Nach-Innen-Kehrung: verschiedene Subsysteme des Unternehmens müssen liebevoll gepflegt und miteinander verbunden werden. Das Problem, das hier entstehen kann, ist eine zu starke Konzentration auf den Markt und das eigene Unternehmen, so, dass der Blick für die Gesellschaft verloren wird. Also: warum tun wir eigentlich das, was wir tun? Daher wird es hier wichtig Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungs-Kette zu übernehmen. Wo kommen die Rohstoffe her? Was passiert mit den Produkten, nach ihrer Benutzung?

Im zweiten Teil des Buches bringt Glasl diese Phasen mit der Philosophie der Freiheit Rudolf Steiners in Verbindung. Das ist ein interessanter Schritt, denn die Philosophie der Freiheit ist eines der Werke, die noch vor Steiners scheinbaren Umschwung um 1900 erschien. Sie ist also auch in der Wissenschaft ernstzunehmen. Noch interessanter ist, dass er Steiner gegen populäre heutige philosophische Strömungen abgrenzt, wie den Konstruktivismus/Post-Strukturalismus.
Allerdings setzt setzt Glasl auch andere Begriffe voraus, wie die der Wesensgliederung. Daher würde ich das Buch zwar empfehlen. Denn es ist inhaltlich sehr wertvoll. Aber es ist vor allem für Menschen interessant, die mit der anthroposophischen Termonologie etwas anfangen können. Für die allerdings besonders, denn:

Im letzten Teil analysiert er scharf, wo Konfliktpotential in heutigen Unternehmen vorhanden ist—auch in Waldorfschulen und anderen gemeinnützigen Einrichtungen. Daraus ein Zitat:

Die Menschen beanspruchen für sich, daß ihre individuellen Intuitionen respektiert werden, sprechen aber gleichzeitig ihren Kolleginnen und Kollegen die Fähigkeit ab, gleichfalls nach bestem Bemühen Intuitionen fassen zu können.

(Glasl, 1994, S. 88)

Das Unternehmen der Zukunft

Friedrich Glasl 1994

Friedrich Glasl

Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart (2. Auflage) (1999)

ISBN: 3-7725-1234-8

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